Medienkompetenz an Schulen



PROJEKT „JUGEND SICHER IM NETZ“


IST-ZUSTAND


Medienkompetenz gilt als Schlüsselkompetenz in unserer digitalisierten Welt; ihre Stärkung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Man sollte meinen, dass diese Schlüsselkompetenz durch exzessive Nutzung digitaler Medien von Jugendlichen längst erworben wurde. Doch: Viele Schülerinnen und Schüler verfügen im digitalen Bereich zwar über hohe Anwendungskompetenzen, bisherige Studien weisen jedoch darauf hin, dass der alltägliche Umgang mit Computern nicht automatisch zu umfassender Medienkompetenz führt. Viele Jugendliche sind weder in der Lage, digitale Techniken kompetent zu nutzen, noch Informationen aus dem Netz sinnvoll zu verarbeiten und kritisch zu betrachten. Es mangelt an Hintergrundwissen und tenchnischem Know-how. Dabei sind fundierte Kenntnisse über Informationsbeschaffung und Datenschutz zentral, um im digitalen Bereich selbstbestimmt zu handeln.

An den meisten Schulen wird diese Problematik bislang kaum thematisiert. Lehrpläne sehen Wissensvermittlung im Bereich neuer Medien nicht zwingend vor. Der SUMA-EV will hier eingreifen und Strukturen schaffen, die die Medienkompetenz fördern. Im Rahmen einer speziellen Medienkompetenzförderungsaktion an Schulen arbeiten wir mit Schülerinnen und Schülern und vermitteln ihnen ein Basiswissen über die Bereiche Privatsphärenschutz und Sicherheit im Internet. Denn nur wenn Jugendliche Kenntnisse über die (u.a. technischen) Hintergründe besitzen, können sie auch den Wert eines freien Wissenszugangs ermessen und in der Zukunft ihren digitalen Raum innovativ und selbstbestimmt gestalten.


HINTERGRUND


Derzeit gibt es schon einige schulexterne Anbieter von Medienkompetenzschulungen, die über den richtigen Umgang mit digitalen Medien informieren. Der Schwerpunkt liegt hier aber stets auf der Begleitung und Anleitung bei der Auswahl und Beurteilung der Vielzahl medialer Angebote. Unser Medienkompetenztraining hat jedoch einen anderen Schwerpunkt. Wir vermitteln Know-how und Grundlagenkenntnisse anhand folgender Fragen:

Wie funktioniert das Internet? Wie funktioniert eine Suchmaschine?
Wie finanziert sich das Internet?
Wie können wir unsere Daten schützen?
Welche Chancen haben Open Source Anwendungen (alternative Software)?
„Wer nichts zu verbergen hat, muss auch nichts befürchten!“ Oder etwa doch?
Welchen Wert hat die Privatsphäre?
u.a.


Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit des SUMA-EV liegt in der Aufklärung über die undurchsichtige Organisation und die Verschleierung ökonomischen Handelns im Internet. Die scheinbar kostenlose Nutzung vieler Apps und Programme verleitet viele Menschen zum Ausverkauf persönlicher Daten; mit weitreichenden individuellen und gesellschaftlichen Folgen. Daher umfasst unser Medienkompetenzprogramm immer auch den Aspekt, auf den Wert der Privatsphäre hinzuweisen und durch die Vermittlung von Wissen für die möglichen Folgen eines Privatsphärenverlustes zu sensibilisieren. Denn die Bedeutung des Wertes von Privatsphäre ist Jugendlichen im Allgemeinen sehr präsent. Jugendliche haben genaue Vorstellungen, was privat ist und wie Privatsphäre im Alltag gelebt werden kann. An dieser Fähigkeit wollen wir ansetzen, um den Horizont in Bezug auf die eigene Privatsphäre auf das Digitale zu erweitern. Aus diesem Grund sind Schülerinnen und Schüler dieser Altersstufe die genau richtigen Adressaten für Projekte wie das unsere.

Dabei bieten wir den Schulen ein modulbasiertes Konzept an, das (beispielsweise im Rahmen von Projektwochen) in bestehende interne Strukturen der jeweiligen Schule eingebunden werden kann. Aufgrund der eher kognitiven Ausrichtung richtet sich unser Angebot an Schüler und Schülerinnen derzeit ab der 8. Klasse. Denkbar ist allerdings, die entsprechenden Kenntnisse in der Zukunft mit einem didaktisch angepassten Format schon jüngeren Schülerinnen und Schülern zu vermitteln.


ZIEL UNSERES PROJEKTES


Bei den einzelnen Schülerinnen und Schüler streben wir sowohl eine Sensibilisierung für Privatsphärenschutzbelange, als auch eine bessere Kompetenz im Bereich Recherche und Verarbeitung von Information an. Ziel ist ebenso eine Verhaltensänderung der Jugendlichen, die sich auch auf den privaten Bereich des Online-Verhaltens erstreckt. Bei der Suche im Internet, aber auch bei der Auswahl und Nutzung von Programmen und Apps sollen die Schülerinnen und Schüler stets die Datenschutzaspekte im Auge behalten. Insgesamt ist uns wichtig, ein aktives, selbstbestimmtes und kreatives Internetverhalten zu fördern - im Gegensatz zum passiven unreflektierten Konsum.

Wir wollen unser Konzept mit der speziellen inhaltlichen Ausrichtung in der Schullandschaft fest verankern. Unser Konzept bietet Schulen die Möglichkeit, das Thema abzudecken, ohne eigene (Lehrer-) Ressourcen dafür verwenden zu müssen. Noch ist es eher unwahrscheinlich, dass sich sinnvolle didaktische Medienkompetenz-Konzepte in der nächsten Zeit in den Lehrplänen der weiterführenden Schulen finden.

Unser Angebot schließt somit eine Lücke, die durch die gesteigerte Notwendigkeit umfassender Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern einerseits und der Realität unzureichender Umsetzung an den Schulen andererseits entstanden ist.


AUSBLICK


Im Frühsommer 2016 haben wir unser Projekt erstmals an einer IGS durchgeführt. An zwei aufeinander folgenden Tagen wurden jeweils zwei 8te Klassen parallel unterrichtet. Dabei wurden die Schülerinnen und Schüler von unseren engagierten externen Referenten über die Themenschwerpunkte „Suchmaschinentechnologie“, „Sicheres Surfen“, „Privatsphäre“ und „Internetkriminalität“ informiert. Ergänzende Informationen wurden vom SUMA-EV eingebracht. (Detaillierte Informationen zu Ablauf und Themen erhalten Sie hier: PDF herunterladen: SUMA-EVMKP.pdf) Das Pilotprojekt wurde sehr erfolgreich durchgeführt.

Deshalb wollen wir unser Konzept künftig auch an weiteren Schulen umsetzen. Unser Ziel dabei ist, dass alle Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen eine Schulung im Bereich Medienkompetenz und Datenschutzkompetenz erhalten, um sowohl in Schule, als auch im privaten Bereich verantwortungsvoll agieren zu können.

Unser Angebot ist für die Schulen kostenfrei. Derzeit haben wir in der Auerbach-Stiftung einen Kooperationspartner gefunden. Zudem ist eine dauerhafte Kooperation mit dem Psychologisch-Pädagogischen Institut der Universität Hannover in konkreter Planung, um eine wissenschaftliche Evaluation sicherzustellen und das didaktische Konzept jeweils anzupassen.


Haben Sie Fragen?
Team: SUMA-EV & MetaGer,
EMail: carsten@suma-ev.de

Röselerstr. 3, 30159 Hannover
Tel: 0511-34000070, Fax: 0511 / 34 00 10 23