Europa hängt am Google-Tropf

Gutachten der Monopolkommission springt in Sachen Digitaler
Infrastrukturkonzern Google zu kurz


"Europa hängt am Google-Tropf" – und trotz 96% Marktanteil (Comscore 2013) schaut die deutsche Monopolkommission einfach nur zu, so die Initiative Open-Web-Index. "Gut, dass die Monopolkommission sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat; schlecht, dass sie dabei zu kurz gesprungen ist", kommentiert der Hamburger Hochschulprofessor Dr. Dirk Lewandowski, Sprecher der Initiative, das Gutachten. Für ihn sind die Prämissen zu vage. Alleine im Suchmaschinenteil formulieren die Gutachter sechzehn Mal ein "dürfte" als Voraussetzung, um dann zu dem doch verblüffend eindeutigen Schluss zu kommen, es gäbe kein Monopolproblem. Noch deutlicher wird der zweite Sprecher, Dr. Wolfgang Sander-Beuermann vom SUMA-EV: "Wettbewerbshoffnungen stehen gegen Monopolisierungstatsachen. Als zentraler digitaler Infrastrukturkonzern sitzt Google wie die Spinne im Netz." Für die Initiative ist jetzt Europa gefordert. Mit einem offenen Web-Index könne Europa wieder zurück ins Spiel kommen und den Startnachteil der europäischen Internetwirtschaft kompensieren helfen. "Einen eigenen Web-Index aufzubauen, das schafft kein Unternehmen mehr aus eigener Kraft. Europa ist gefordert". Die deutsche Monopolkommission hat gestern das Gutachten "Herausforderung Digitale Märkte" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nur Europa schaut zu

Europa ist die einzige Wirtschaftsmacht, die darauf verzichtet, ihre eigene digitale Infrastruktur zu beherrschen. Neben den USA, die mit Google und Microsoft/Bing über zwei Indexe verfügen, haben China mit Baidoo und Russland mit Yandex ihren eigenen Index. Nach Snowden und dem NSA-Skandal ist für die Sprecher der Initiative die Index-Soveränität von europäischer Bedeutung. Wie eine öffentliche Bibliothek würde der Open-Web-Index erst die Voraussetzung für eine Nutzung der Daten des Web zum Nutzen aller schaffen. Das Gutachten selbst ist dafür Hinweis genug. Aufgrund fehlender Daten und Informationen waren die Gutachter oftmals auf teils realitätsferne Annahmen angewiesen.

Open Web Index schafft neue Impulse für die junge europäische Startupszene

Die Schaffung eines eigenen Web-Index ist nach Meinung der Initiative Open-Web-Index die einzig machbare Alternative. "Wir wissen aus Gesprächen mit Unternehmen, dass diese dringend auf eine Alternative warten, mit der sie arbeiten können." Die jetzt in Europa entstehende Startupszene würde mit einem Open Web Index ebenfalls wichtige Wettbewerbsimpulse erhalten.

Jetzt ist Günther Oettinger gefragt!

Die Hoffnung der Initiativen-Sprecher, dem Hamburger Hochschulprofessor Dr. Dirk Lewandowski und dem Hannoveraner geschäftsführenden SUMA-EV Vorsitzenden Dr. Wolfgang Sander-Beuermann, richtet sich jetzt an die den für Internet-Wirtschaft verantwortlichen Kommissar Günther Oettinger. Die Initiative Open-Web-Index wird Ende Juni ihr Konzept einer kompetitiven europäischen Internet-Suchmaschinen-Strategie vorstellen, kündigten sie in diesem Zusammenhang an.

Zur Initiative:

Die "Initiative Open-Web-Index" hat sich in der Vorbereitung des SUMA-EV-Kongresses "Das Internet im Zeitalter von Überwachung und Manipulation - Der Offene Web-Index und andere Gegenmittel" an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) gegründet. Als Sprecher agieren Dr. Dirk Lewandowki, Professor an der Hochschule Hamburg, Verfasser des kürzlich erschienenen Lehrbuchs "Suchmachinen verstehen" sowie des Grundlagenwerkes "Handbuch Internet-Suchmaschinen" sowie Dr. Wolfgang Sander-Beuermann, SUMA-EV, der Betreiber von MetaGer, der "sichersten Suchmaschine der Welt", die zwar auch eigene Indexe besitzt, aber als primär Metasuchmaschine von den Suchalgorithmen anderer Betreiber abhängig ist.

Das Open-Web-Index-Manifest: http://openwebindex.eu/

Die SUMA-EV Kongressdokumentation:
http://searchstudies.org/de/suma2015.html

Kontakte:

Initiative "Open-Web-Index"
c/o SUMA-EV - Verein für freien Wissenszugang
Röselerstr. 3, 30159 Hannover
Tel: +49 (511) 34000071
Fax: +49 (511) 34001023
EMail: office@suma-ev.de

Hauptstadtbüro und Presse:
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