Presseerklärung des SUMA-EV zum Theseus-Projekt

20.7.2007

Am 19.7.07 wurde die offizielle Mitteilung bekannt, dass die EU-Kommission die deutsche 120 Millionen Euro Beihilfe für das Theseus-Projekt bewilligt hat. Theseus, bzw. sein Vorläufer Quaero, war ursprünglich angetreten, neue Internet-Suchtechnologien zu entwickeln, um die Abhängigkeit Europas von einer Quasi-Monopolstellung der Marktführer zu verringern.

Mittlerweile liest sich das jedoch völlig anders (Zitate aus Internet- Newstickern):
  • Theseus soll semantische Techniken weiterentwickeln,
  • Bundesregierung will am semantischen Suchinstrument Theseus festhalten,
  • Deutschland wolle nicht in Konkurrenz zu etablierten Anbietern treten und lieber Basistechnologien für das semantische Web entwickeln.

SUMA-EV hält diese Entwicklung für den falschen Weg:
  • Hiermit wird die letzte Chance verspielt, die es in Deutschland gegeben hätte, um den massiven technologischen Rückstand zu verringern.
  • Hiermit wird die deutsche IT-Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weiterhin auf unabsehbare Zeit unmündig dem Spiel der Global-Player ausgeliefert bleiben.

Eine großartige Chance ist vertan.

Theseus pflegt die Illusion, dass mit dem semantischen Web der übernächsten Generation deutsche IT wieder chancengleich würde. Leider fehlen dazu die Basistechnologien: man kann keinen Porsche bauen, wenn die Kenntnisse fehlen, wie eine Zündkerze funktioniert.

SUMA-EV hat seit langem vor diesem Weg gewarnt, konkrete Alternativen aufgezeigt, und wird sich an diesen Fehlentwicklungen nicht beteiligen.