Ziele des SUMA-EV

Das digitale Wissen der Welt muss ohne Bevormundung durch Staaten oder Konzerne frei zugänglich sein und bleiben.

Leitlinien sollen das tun, was ihr Name sagt: Linien vorgeben, entlang derer sich das konkrete Handeln orientiert. Wir haben diese Linien definiert und formuliert:

Leitlinien

1) Auffindbarkeit und Erreichbarkeit von Wissen

Wissen hat nur dann einen Wert, wenn es auffindbar und erreichbar
ist. Da Wissen in zunehmendem Maß im Internet verfügbar ist, muss es dort für jeden Menschen mit einfachen Mitteln erreichbar sein. Die Mittel des Zugriffs auf dieses Wissen sind einem dynamischen Wandel unterworfen. Derzeit sind es vor allem die Suchmaschinen und die sozialen Netze, welche diesen Zugang ermöglichen. Diese müssen so konzipiert und programmiert sein, dass jegliches Wissen, sei es auch noch so verborgen, grundsätzlich auffindbar ist.

Diese Auffindbarkeit und Erreichbarkeit darf auch nicht durch andere Rechtsgüter über Gebühr eingeschränkt werden.

2) Zugriff auf Wissen unter Wahrung der informationellen Selbstbestimmung und des Schutzes vor Kriminalität

Der Zugriff auf Wissen muss so konzipiert sein, dass die informationelle Selbstbestimmung des Nutzers gewahrt bleibt, und dass kriminelle Angriffe auf ihn soweit irgend möglich abgewehrt werden. Zur informationellen Selbstbestimmung gehört es, dass aus den Nutzerzugriffen ohne ausdrückliche Zustimmung des Nutzers kein Nutzerprofil angelegt, und seine Daten keinesfalls in nicht-transparenter Weise verwendet werden. Der Schutz vor Kriminalität darf andererseits nicht dazu führen, dass allgemeine Strukturen zur Zensur von Inhalten etabliert werden.

3) Transparenz der Wissensbewertung und Darstellung

Die Darstellung der Ergebnisse einer Wissensrecherche ist mit einer Bewertung durch die Reihenfolge verbunden: Die ersten Ergebnisse sind die Wichtigsten. Die Bewertungsmaßstäbe spiegeln dabei immer die speziellen Einschätzungen, Wertigkeiten und Interessenlagen der Wissensdistributoren (Suchmaschinen usw). Wenn sich daher Quasi-Monopole für den Wissenszugang etabliert haben, dann müssen die Maßstäbe der Wissensbewertung für solche Monpole transparent gemacht werden: demokratisch legitimierte Kontrollgremien müssen sie überprüfen können.

4) Pluralismus des Wissenszugangs

Die Regelmechanismen des freien Marktes sind für den Wissenszugang durch vorhandene globale monopolähnliche Strukturen weitgehend außer Kraft gesetzt. Die etablierten Quasi-Monopole verhindern das Entstehen neuer Wettbewerber bereits durch bestehende Markmacht, wie beispielsweise durch den Aufkauf potentieller Wettbewerber, von Mitarbeitern neuer Wettbewerber ("Know-How-Drain"), duch Monopolisierung der wesentlichen Einnahmequelle (Online-Werbung) und Querfinanzierung zahlreicher kostenloser Dienste zwecks Kundenbindung.

Demgegenüber muss durch Aufbau und Betrieb einer pluralistischen Wissenszugangs-Infrastruktur ein freier und transparenter Zugang geschaffen werden.

5) Förderung der Informationskompetenz

Informationsangebote, ihre Ordnung und ihre Präsentationsweise können Wissen repräsentieren, aber auch Interessen. Beides ist legitim. Strukturen jedoch, die diese Differenz verschweigen, sind auch in Zukunft nicht auszuschließen. Deshalb müssen Anstrengungen zur Förderung der Informationskompetenz im Sinne einer entsprechenden Urteilsfähigkeit der Nutzer gefördert und verstärkt werden. Hierbei kommt den Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen eine ebenso wichtige Funktion zu, wie dem kritischen Journalismus.

Was ist Wissen?

Wir maßen uns nicht an, diese jahrtausendealte philosophische Frage auch nur annähernd beantworten zu wollen. Die folgenden Anmerkungen sollen den Begriff lediglich insoweit umschreiben, wie es für das Verständnis der Leitlinien und Ziele des "SUMA-EV - Verein für freien Wissenszugang" hilfreich sein mag.

Zunächst kann der Begriff "Wissen" von "Information" unterschieden werden. "Wissen" ist stets an Lebewesen gebunden; man kann es verstehen als organisierte, strukturierte und intelligent vernetzte Information in Nerven- und Gehirnzellen.

"Information" ist hingegen alles (philosophisch: Seiende), aus dem
Wissen entstehen kann. Das können Buchstaben in einem Buch, Wachstumsringe eines Baumes, Sedimentschichten im Erdreich und vieles andere mehr sein. Erst wenn Informationen im Gehirn eines Lebewesens organisiert, strukturiert und zu vorhandenen Informationen in Beziehung gesetzt worden sind, nennen wir sie "Wissen". Dieses kann dann aber wiederum als externe Repräsentation des personalisierten Wissens in schriftlicher, bildlicher oder anderer Form auch außerhalb des Lebenwesens dargestellt sein. Informationen gibt es in reichhaltiger Fülle auch dort, wo es kein Leben gibt - Wissen gibt es nur dort, wo es Leben gibt. Die naheliegende Frage, ob auch Pflanzen, die zweifellos leben, Wissen in sich tragen, wollen wir hier - neben vielen weiteren offenen Fragen - nicht diskutieren.

Wissen ist somit zwar mengentheoretisch gesprochen nur eine Teil- bzw. Untermenge von Information, aber diese Untermenge ist ein wesentliches Ziel aller Information, denn sie repräsentiert Information in der für unser Leben notwendigen höheren Komplexität.

Abschließend sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass alles, was wir über Wissen wissen, nur rekursiv sein kann, denn es ist Teil des Wissens. Eine ausführliche philosophische Diskussion über den Wissensbegriff findet man z.B. bei: Gottschalk-Mazouz.

Konkretes Handeln des SUMA-EV:



Die Ziele des SUMA-EV sind auch durch die Satzung formuliert,

und können im SUMA-EV Blog diskutiert werden
.

Um mögliche Missverständnisse gering zu halten, ist es sicher sinnvoll, auch zu beschreiben, was SUMA-EV NICHT will: Eine staatliche Suchmaschine, die private/kommerzielle Monopole ersetzt. Nur Vielfalt und Pluralismus können verhindern, dass Einzelinteressen - seien es kommerzielle oder staatliche - den freien Zugang zum digital vernetzten Weltwissen kontrollieren.