{"id":733,"date":"2011-06-24T16:11:33","date_gmt":"2011-06-24T15:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/beta.suma-ev.de\/?p=733"},"modified":"2020-01-28T10:53:37","modified_gmt":"2020-01-28T09:53:37","slug":"wir-brauchen-eine-europaeische-suchmaschine-antwort-an-frank-schirrmacher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wir-brauchen-eine-europaeische-suchmaschine-antwort-an-frank-schirrmacher\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir brauchen eine europ\u00e4ische Suchmaschine&#8220; &#8211; Antwort an Frank Schirrmacher"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Wir brauchen eine europ\u00e4ische Suchmaschine&#8220; &#8211; Antwort an Frank Schirrmacher<\/h2>\n\n\n<p>Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ver\u00f6ffentlichte in der Ausgabe vom 19.7.2011 einen Aufsatz mit der \u00dcberschrift <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30833\/digitales-gedaechtnis-wir-brauchen-eine-europaeische-suchmaschine-30468036.html\"><br>\n&#8222;Wir brauchen eine europ\u00e4ische Suchmaschine&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Im Jahre des Herrn Anno 2004(!), am 4. November, hatte ich in einem Brief an Frank Schirrmacher ihm sinngem\u00e4\u00df das Gleiche geschrieben. Hier ein paar Zitate aus meinem damaligen Brief:<\/p>\n<ul>\n<li>&#8222;Ich m\u00f6chte Ihnen ein Thema antragen, das von \u00e4hnlicher Sprengkraft f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung in Deutschland ist wie die von Ihnen publizierten Probleme der \u00dcberalterung&#8220; (das bezog sich auf Schirrmachers damals erschienenes Buch &#8222;Das Methusalem &#8211; Komplott&#8220;).<\/li>\n<li>&#8222;Der Kernbereich der Informationsgesellschaft wird heutzutage und zuk\u00fcnftig noch st\u00e4rker durch die Suchmaschinen des Internet beherrscht. In diesem Kernbereich hat sich eine brisante Lage ergeben &#8230; &#8222;<\/li>\n<li>&#8222;Die kurz beschriebene Krise der deutschen Informationsgesellschaft wird dadurch zementiert, dass aktuelle F\u00f6rderprogramme des Bundes, die es in diesem Bereich durchaus gibt, Technologietr\u00e4ume beschreiben, f\u00fcr die in Deutschland jedoch jegliche Grundlagen fehlen. &#8230; &#8222;<\/li>\n<li>&#8222;Vor diesem Hintergrund sehen wir in der angedeuteten Lage eine reale Bedrohung der Informationsgesellschaft in Deutschland. Wir w\u00fcrden es begr\u00fcssen, hier\u00fcber mit Ihnen in einen Diskurs einzutreten.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00c4hnliche Briefe hatte ich damals auch an andere Personen, Institutionen, Firmen, Ministerien und Staatssekret\u00e4re geschrieben, die ich f\u00fcr Multiplikatoren oder Entscheider hielt. Heute frage ich mich, wieso ich so naiv sein konnte, auch nur eine einzige brauchbare Antwort zu erwarten. W\u00e4hrend aus dem Bereich der Ministerien und Beh\u00f6rden wenigstens eine h\u00f6fliche Eingangbest\u00e4tigung und ein paar freundliche nichtssagende Worte zur\u00fcck kamen, kam von Ihnen und aus dem gesamten Bereich der Wirtschaft nicht einmal das.<\/p>\n<p>Ihre jetzige Erkenntnis, Herr Schirrmacher, dass wir eine europ\u00e4ische Suchmaschinen brauchen, kommt nun leider sieben Jahre zu sp\u00e4t. Damals, 2004, w\u00e4re es noch m\u00f6glich gewesen, mit relativ geringem Aufwand von &#8222;nur&#8220; ein paar Hundert Millionen Euro, europ\u00e4ische Alternativen zu entwickeln &#8211; aber der Zug ist abgefahren.  Michail Gorbatschows Zitat &#8222;wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft das Leben&#8220; gilt auch hier in voller Sch\u00e4rfe. Deutschland und Frankreich haben dann, nicht ganz so versp\u00e4tet wie Sie, tats\u00e4chlich ein paar Hundert Millionen Euro in Projekte wie Quaero und Nachfolger gesteckt, mit denen vielleicht auch irgendwo irgendwas ein bischen N\u00fctzliches entwickelt wurde &#8211; aber unter dem Aspekt, europ\u00e4ische Alternativen zu entwickeln, ist es sinnlos verbranntes Steuergeld.<\/p>\n<p>Das zeigt auch, dass die \u00fcblichen Wege der F\u00f6rderb\u00fcrokratie &#8211; mit wohldefiniererten Projektzielen, Meilensteinen, Berichtswesen, aktenordnerweise produziertem Papier, f\u00fcr drei Jahre im Voraus festgeschriebenen Arbeitspakten und diesem ganzen B\u00fcrokraten-Unfug, der die Forschung und Entwicklung nur behindert &#8211; NICHT in der Lage sind, Europa nach vorn zu bringen.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz bin ich nach-wie-vor mit Ihnen, Herr Schirrmacher, der Meinung, dass wir europ\u00e4ische Alternativen brauchen, wenn wir uns nicht v\u00f6llig zu den Bananenrepubliken der Informationsgesellschaft degradieren wollen. Haben wir aber \u00fcberhaupt noch eine Chance? Der Gro\u00dfteil der Net-Community hat aufgegeben und wird hierauf vermutlich mit &#8222;no chance&#8220; antworten. Meine Antwort: <i>vielleicht<\/i> gibt es noch eine Change. Sie kann aber nur aus Nischen heraus erwachsen: &#8222;Im optimalen Fall finden wir zu einer Vielfalt von digitalen Wissensanbietern; aus der jetzigen Monokultur wird eine bl\u00fchende &#8218;Suchmaschinenlandschaft&#8216; der verschiedensten Fach- und Interessengebiete.&#8220; Mehr dazu in meinem k\u00fcrzlich vom Grimme-Institut ver\u00f6ffentlichten Aufsatz, aus dem auch das vorgenannte Zitat stammt: <a href=\"http:\/\/www.mekonet.de\/t3\/index.php?id=3D44&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=1204&amp;tx_ttnews[backPid]=85&amp;cHash=e92541775c52f05a9270ba4f63d57c71&amp;id=126&amp;print=1\">Suchmaschinen &#8211; Woher sie kommen &#8211; wohin sie gehen<\/a>.<\/p>\n<p>Lieber Herr Schirrmacher, ich wiederhole meinen Apell aus dem Jahre 2004: Lassen Sie uns gemeinsam an diesem Ziel arbeiten! Lassen Sie uns gemeinsam weitere Verb\u00fcndete dazu suchen, deren prim\u00e4res Ziel nicht ihre pers\u00f6nliche Geldvermehrung durch Zusammenarbeit mit globalen Konzernen ist, sondern die f\u00fcr Deutschland und Europa einen gangbaren Weg in die Informations- und Wissensgesellschaft finden wollen!<\/p>\n<p>Wolfgang Sander-Beuermann<\/p>\n<p><b>Update:<\/b><br>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/0,1518,775516,00.html\">Interview mit SPIEGEL-Online zum Thema<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wir brauchen eine europ\u00e4ische Suchmaschine&#8220; &#8211; Antwort an Frank Schirrmacher Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ver\u00f6ffentlichte in der Ausgabe vom 19.7.2011 einen&#8230;<\/p>","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[35],"ppma_author":[243],"class_list":["post-733","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alternativen","tag-suchmaschinen"],"authors":[{"term_id":243,"user_id":5,"is_guest":0,"slug":"wsb","display_name":"wsb","avatar_url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/42f23e742e86e9b424e80f46b7ae4c68463df2519db95ae183455583fa13b6cd?s=96&d=mm&r=g","0":null,"1":"","2":"","3":"","4":"","5":"","6":"","7":"","8":""}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=733"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/733\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3208,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/733\/revisions\/3208"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=733"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/suma-ev.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/ppma_author?post=733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}