Wero: eine europäische Paywall-Alternative mit Ambitionen auf Unabhängigkeit

Den Di.Day gibt es, weil wir europäische Alternativen stärken wollen. In allen digitalen Bereichen. So auch im Bereich der Bezahloptionen, wo derzeit Paypal sowie Kreditkartenriesen wie Visa oder Mastercard den Markt dominieren. Deshalb wird Wero gerne als europäische Alternative zu PayPal positioniert. Aber es ist alles nicht so einfach…

Netzpolitik.org hat jüngst einen kritischen Blick auf das Projekt geworfen und beanstandet, dass das Versprechen von echter Unabhängigkeit hinterfragt werden muss. Ein Kernpunkt: Die Serverinfrastruktur liegt bei Amazon. Damit hängt die Plattform trotz europäischer Rechts- und Standortlogik stärker von US-Providern ab als bislang angenommen. Juristische und technische Abhängigkeiten können sich in der Folge schneller bemerkbar machen, als es beim ersten Anschein wirkt. Das ist natürlich in der Tat ein wunder Punkt.

Weitere Probleme sind, dass es kaum Geschäfte gibt, die den alternativen europäischen Bezahldienst anbieten. Viele Händler winken ab, weil die Integration des Dienstes komplex ist und befürchtet wird, dass er kaum genutzt würde, weil er zu unbekannt ist. Es werden nun mal eher bekannte Optionen bevorzugt. Der technische Aufwand, ihn zu integrieren, ist zudem erheblich: Die (Online-) Händler müssen Wero in ihre Shops einbauen, zudem müssen sie Prozesse wie Retouren neu anpassen. Es ist das typische Dilemma aufstrebender, unbekannter Dienste, die Potential haben, aber an den Hürden zu scheitern drohen. Es müsste in großem Umfang Aufbauarbeit geleistet werden, ohne vorhersehen zu können, ob die Investition sich lohnt.

Wero ist somit ein Beispiel, das das allgemeine Problem aufzeigt, europäische Optionen jenseits der großen Player zu etablieren. Es wird schwierig bleiben. Die Option einer Onlinezahlung ohne amerikanische Kreditkartenfirmen ist trotzdem was Feines, deshalb werden wir Wero als Bezahldienst für den Kauf von MetaGer-Token in der nächsten Zeit integrieren.

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Seit 2013 arbeite ich für den SUMA-EV im Bereich Social-Media, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Vor meiner Tätigkeit beim SUMA-EV habe ich kreatives Schreiben für Kinder unterrichtet und als Autorin gearbeitet.
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