„Google muss reguliert werden“ – sagt Prof. Maurer, TU Graz

In einem bemerkenswerten Interview in der Zeitschrift „Technology Review“ sagt Prof. Maurer am Schluss:


Technology Review: Wo sehen Sie Google in den nächsten 10 Jahren, falls der Staat entscheidet, nicht zu regulieren?


Maurer: Als einen Machtfaktor, der stärker als jeder Staat ist. Und als einen Monopolisten, der nicht akzeptierbar ist.

Das gesamte Interview finden Sie unter http://www.heise.de/tr/Google-muss-reguliert-werden–/artikel/101926

Ich hatte diese Diskussion (Regulierung oder nicht) hier im Blog auch schon mal angestossen:
Sind Sie für oder gegen Regulierung bei Quasi-Monopolbildungen?

In dieser Abstimmung gibt es eine klare Mehrheit FÜR Regulierung. Wahrscheinlich ist dieses Thema (Regulierung gegen Monopolbildungen im Internet) nur Teil eines umfassenderen Problems: der Macht von globalen Konzernen im Zeitalter der Globalisierung, der De-Regulierung, des staatlichen Rückzugs aus möglichst vielen Bereichen. Daher scheint mir das o.g. Maurersche Statement durchaus begründet.

Es hätte in Europa vielleicht eine Chance gegeben, in diesem speziellen Fall „Google“ ohne Regulierungen auszukommen, wenn Europa willens gewesen wäre gemeinsam eine europäische Alternative aufzubauen, so wie es im Quaero-Projekt zunächst geplant war. Leider jedoch zerbrach das Projekt schon bald an interen Querelen zwischen Deutschland und Frankreich. Darum wird wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als dass die EU – wie schon bei Microsoft drastisch geschehen – auf regulatorischer Ebene eingreift, denn das ist einfacher, als Alternativen aufzubauen.

Wer nur ein einziges Mal bei EU-Projekten mitgewirkt hat, kennt den Horror der Brüsseler Mega-Bürokratiemaschinerie. Diese Maschinerie kann noch nichts besseres als regulieren. Mit ihr KÖNNEN keine Alternativen aufgebaut werden. Es gäbe nur eine einzige Chance, den regulatorischen Eingriff zu vermeiden: wenn es Brüssel gelänge, wirklich wirksame Instrumente für Forschung, Entwickung und wirtschaftlicher Realisierung zu entwickeln. Die derzeitigen Instrumente („soundsovieltes Forschungsrahmenprogramm“) sind untauglich. Ich habe noch niemanden in der Science-Community gefunden, der dem widersprochen hätte. Trotzdem ist zur Zeit keine Änderung in Sicht.

Wolfgang Sander-Beuerman

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